Diakonie Sachsen
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05.11.2015 | Kirche und Diakonie Sachsen: Hilfe für Flüchtlinge ist ein Herzstück christlicher Glaubenspraxis

„Was wie ein Scheitern aussah, verwandelt sich: Aus den zutiefst beschämenden Vorgängen in Eich und Treuen ist viel Gutes hervorgegangen und bestärkt uns, das diakonische Engagement in der Betreuung und Begleitung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge getrost und erfolgreich fortzusetzen!“ Mit diesen Worten kommentiert Diakonie-Chef Christian Schönfeld die Neueröffnung einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) der Diakonie Auerbach in Auerbach selbst.

Die Diakonie hatte nach massiven Drohungen und ausländerfeindlicher Hetze ein Wohnprojekt in Eich zurückgezogen, weil sie für die Sicherheit der jungen und zum Teil schwer traumatisierten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aber auch für die Mitarbeitenden selbst in diesem aufgeheiztem Umfeld nicht garantieren konnte.

„Das ist bestürzend, aber wir haben aus reiner Verantwortung heraus einen anderen Standort gesucht und gefunden. Und es gab so viele Menschen, die auf uns zugekommen sind und uns Mut gemacht haben und auch Möglichkeiten aufgezeigt haben, wo diese so wichtige Arbeit mit den jungen Menschen willkommen ist“, sagt Gernot Dörfel, Geschäftsführer der Diakonie Auerbach.

„Es ist erschütternd, dass Menschen, die in Treuen und Eich für Menschlichkeit eintreten und diakonische Hilfsangebote erarbeiten, Angst vor ausländerfeindlicher Hetze und vor persönlichen Übergriffen haben müssen. Das können und wollen wir als Kirche und Diakonie nicht dulden. Und es sei all denen, die das versuchen, gesagt: Wir lassen uns weder erschrecken noch manipulieren“, betont Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, der Diakoniedezernent im Landeskirchenamt.

Landeskirche und Diakonie danken allen, die aufrecht und unterstützend tätig gewesen sind und rufen sie weiter dazu auf, für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe einzutreten: "Wir folgen dem Christuswort: „Fürchtet Euch nicht!“ Unser christlicher Glaube verpflichtet uns, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Hilfe für Notleidende und Schutzsuchende ist ein Herzstück christlicher Glaubenspraxis und ein Gebot der Menschlichkeit. Fremdenfeindlichkeit, Hass oder Rassismus sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Zudem sichert das deutsche Asylrecht Flüchtlingen ein Leben in Würde zu. Dieses Recht einzulösen und ihnen zu helfen, hier möglichst schnell Fuß zu fassen und sich zu integrieren, fordert uns alle. Deshalb werden Kirche und Diakonie ihren Beitrag zur Förderung und Begleitung der Integration von Flüchtlingen und Migranten in unserem Land leisten“, so Pilz weiter.

Die große Herausforderung werde es sein, möglichst viele Menschen aus der Bevölkerung auf diesem Weg mitzunehmen, daran zu beteiligen und bestehende Ängste zu überwinden. Gesellschaftliche Prozesse ließen sich mit Angst nicht konstruktiv bewältigen.

Das ist beispielsweise in Rodewisch, wo ebenfalls unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in einem Wohnprojekt der Diakonie Auerbach leben, bereits sehr gut gelungen. „Es gibt keinerlei Schwierigkeiten – die Kontakte zur Bevölkerung sind gut und die in- und ausländischen jungen Menschen haben schon in einigen Bereichen gut zueinander gefunden“, sagt Gernot Dörfel. „Ein Viertel aller Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Sie bringen Fähigkeiten und Potentiale mit, die wir finden und fördern – und zwar zum Wohle aller.“

 
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