Diakonie Sachsen
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16.10.2017 | In den Werkstätten wird gewählt: Mehr Mitbestimmung für alle und eine Frauenbeauftragte für Frauen!

Morgen ist es wieder soweit: In den Werkstätten für Menschen mit Behinderung werden sachsenweit die Werkstatträte gewählt. Und zum ersten mal wird es dabei auch eine Frauenbeauftragte geben.

Die neu gewählten Wertstatträte werden anstelle der bisherigen Mitwirkungsrechte echte Mitbestimmungsrechte haben, die ihnen künftig deutlich mehr Befugnisse und damit Gestaltungsmöglichkeiten ihres Arbeitsalltags zubilligen. „Möglich gemacht wurde das durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das auch eine Reform der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) mit einschloss“, sagt Michaela Bartel, zuständige Referentin bei der Diakonie Sachsen. Als Beispiele nennt Bartel: „Werkstatträte dürfen jetzt bei den Grundsätzen der Entlohnung mitreden, bei der Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage, über die Pausenregelung oder über die Grundsätze der Fort- und Weiterbildung mitbestimmen. Auch die Verpflegung kann geändert werden - alles wichtige Schritte zu mehr Teilhabe, die wir als Diakonie sehr begrüßen!“

Auch die andere wesentliche Neuerung der Reform begrüßt die Diakonie: „Mit der novellierten Werkstattverordnung im BTHG gibt es nun eine bundesweit einheitliche Rechtsgrundlage für die Arbeit von Frauenbeauftragten in Werkstätten. Frauen mit Behinderung setzen sich für die  Rechte von Frauen in Werkstätten ein, treiben die Gleichstellung voran und behalten vor allen Dingen den Schutz von Frauen vor Übergriffen und Gewalt besonders im Auge“, sagt Michaela Bartel. Wie nötig das ist, brachte eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegebene Studie zur  „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ aus dem Jahr 2012 zutage. Zeigte sie doch eine erschreckend hohe Betroffenheit von Frauen mit Behinderungen mit Gewalt. „Frauen mit Behinderungen sind demnach in einem sehr viel höheren Maße von körperlicher, sexualisierter, psychischer und struktureller Gewalt betroffen als Frauen ohne Behinderungen. Leider gilt dies auch für Frauen in Einrichtungen der Behindertenhilfe“, zitiert Bartel die Studie. „Daher sind Frauen-Beauftragte ein wichtiger Schritt: Sie beraten ihre Kolleginnen auf Augenhöhe – von Frau zu Frau, von Kollegin zu Kollegin und von Frau mit Behinderung zu Frau mit Behinderung - das ist das Wesentliche. Die Gespräche und Beratungen zwischen Betroffenen bietet hier ein großes und noch unterschätztes Potential für die Frauen“, ist sich Bartel sicher.


Damit Frauenbeauftragte anderen Frauen eine gute Beratung anbieten können, werden sie in Schulungen gestärkt und ermutigt. Sie haben bei allen Themen, die Frauen bestreffen, das Recht, mitzuwirken. Unterstützt werden sie dabei von einer selbst ausgesuchten Vertrauensperson.



 
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