Diakonie Sachsen
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02.08.2017 | Glückwunsch:  Annaberger Werkstätten im Lebenshilfewerk Annaberg  e.V. bieten Menschen mit Behinderung als erste eine zertifizierte Ausbildung

Die Diakonie Sachsen freut sich darüber, dass als erste Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Sachsen die Annaberger Werkstätten im Lebenshilfewerk Annaberg e.V. nach dem neuen Ausbildungsmodell „PRAXISBAUSTEIN“  offiziell zertifiziert und damit zugelassen worden ist. Das von der Diakonie entwickelte Modell der Praxisbausteine orientiert sich inhaltlich an bundesweit gültigen Ausbildungsrahmenplänen. Dabei beziehen sich diese inhaltlich auf konkrete praktische Tätigkeiten der jeweiligen Berufe. Menschen mit Behinderung wird dadurch endlich eine zertifizierte und dennoch individuell zugeschnittene Ausbildung ermöglicht.

Zwei Jahre lang wurden gemeinsam mit 50 Fachkräften in sieben verschiedenen Projektgruppen verbindliche Qualifizierungsmodule und Lerneinheiten erarbeitet, um standardisierte und einheitliche berufliche Qualifizierungsprozesse für Menschen mit Behinderungen in sächsischen Werkstätten zu ermöglichen. Ein aufwendiger Prozess, der sich aber gelohnt hat. Weil Werkstätten, die das anbieten, damit endlich an das reguläre Ausbildungssystem anschließen und die PRAXISBAUSTEIN – Absolventen nach erfolgreicher Leistungsüberprüfung ein Zertifikat von der jeweiligen Industrie- und Handels bzw. Handwerkskammer erhalten.

„Dass jetzt eine „nicht – diakonische“ Werkstatt als erste Werkstatt die offizielle Zulassung durch ein Zertifizierungsunternehmen erhalten hat, um PRAXISBAUSTEIN durchführen zu können, zeigt, dass wir mit unserem Projekt - in enger Zusammenarbeit mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege und der LAG WfbM - im sächsischen Werkstattbereich überzeugen können - zum Wohle der Menschen mit Behinderungen“, freut sich Michaela Bartel, zuständige Referentin bei der Diakonie Sachsen.

Stefanie Groß, Teamleiterin des Berufsbildungsbereiches und Mitarbeiterin im Begleitenden Dienst der Annaberger Werkstätten, ergänzt: „Natürlich haben  Menschen mit Behinderungen, die eine Werkstatt besuchen, auch schon bisher eine berufliche Qualifizierung im Berufsbildungsbereich unserer Werkstatt erhalten. Doch es  fehlte einfach die offizielle Anerkennung,  wie wir sie im regulären Ausbildungssystem in Form von Zeugnissen, Diplomen oder Zertifikaten kennen. Mit den Praxisbausteinen wird das nun anders: Endlich können wir ein Ausbildungssystem anbieten, welches die Leistung von Menschen mit Behinderung offiziell würdigt. Dies ist sehr wichtig.“

Aktuell durchlaufen 20 Teilnehmer im Berufsbildungsbereich der Annaberger Werkstätten ihre an den Praxisbausteinen orientierte Berufsbildung und haben damit die Möglichkeit, an einer Leistungsfeststellung (ähnlich einer Prüfung) teilzunehmen, die nach erfolgreichem Abschluss mit einem Zertifikat der Industrie- und Handelskammer  bzw. der Handwerkskammer belohnt wird. „Einerseits erhalten die Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, sich mit ihrem aussagekräftigen Abschlusszertifikat gezielter, innerhalb und außerhalb der WfbM, zu bewerben und ebenso können potentielle Arbeitgeber anhand der konkreten Bildungsinhalte besser nachvollziehen, was in der Ausbildung vermittelt wurde und vom künftigen Mitarbeiter erwartet werden kann. Außerdem können durch die Praxisbausteine in Modulform gezieltere Ausbildungen für einen ganz konkreten Arbeitsplatz erfolgen. Auch das war uns in der Form bisher nicht möglich. “

Ziel der Ausbildung ist, die bestmöglichen Qualifizierung zu erreichen und einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden: Ob auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, einem  ausgelagerten  Außenarbeitsplatz in einem Betrieb  oder aber auch in einer  Werkstatt für behinderte Menschen.

Selbst wenn der zertifizierte Teilnehmer in der Werkstatt verbleibe, sei die zuvor gemeinschaftlich absolvierte (duale) Ausbildung ein Vorteil: „Weil auch die Gruppenleiter im Arbeitsbereich die Inhalte der Praxisbausteine kennen, können die Menschen mit Behinderung auch im Praktikum gezielter gefördert und in ihrer Ausbildung unterstützt werden. Praxis und Ausbildung sind dadurch näher gerückt und wissen mehr als bisher voneinander. Das tut allen Beteiligten gut!“

Die Annaberger Werkstätten sind mit diesem neuen Ausbildungsmodell in den Praxisfeldern  Metall- und Holzbearbeitung, Küche und Service, Montage und Lagerlogistik gestartet.

Weitere Informationen: Stefanie Groß, Teamleiterin Berufsbildung, Begleitender Dienst, Lebenshilfewerk Annaberg e.V., Tel. 03733/565720, Michaela Bartel, Diakonie Sachsen, Tel.: 0351/8315-158;  www.praxisbaustein.de

Hinweis: Die Entwicklung der PRAXISBAUSTEINE wird mit Steuermitteln des Freistaates Sachsen auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.

 
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