Diakonie Sachsen
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06.06.2018 | Fuss fassen im Leben – Produktionsschulen müssen erhalten bleiben!

„Produktionsschulen sind eine Institution, die der Staatsregierung sehr am Herzen liegt! Sie sind wichtig und richtig und ich bedanke mich bei allen, die mit ihrem Idealismus und Engagement dafür Sorge tragen, dass in diesen Schulen junge Menschen einen kooperativen und wertschätzenden Umgang lernen und mit Zuversicht in eine Ausbildung oder einen Beruf starten!“ Mit diesem Bekenntnis eröffnete heute Ulrich Menke, zuständiger Abteilungsleiter aus dem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz den 6. Sächsischen Produktionsschulentag im Moritzburg, bei dem sich alle zehn sächsischen Produktionsschulen einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren.

Seit zehn Jahren gibt es in Sachsen der Produktionsschulen. Dort werden benachteiligte Jugendliche, die keinen Schulabschluss haben, auf den Start in eine Ausbildung und in das Erwerbsleben vorbereitet. Sie bekommen dort eine andere, eine dritte Chance. Die Produktionsschulen sind keine Schule im eigentlichen Sinn, sondern verbinden Arbeiten, Lernen und sozialpädagogische Begleitung – ein hochanregendes Bildungskonzept!


Die Fachwelt ist sich daher einig, dass für den oftmals schwierigen Übergang Schule – Beruf dieses qualitativ hochwertige, verlässliche Bildungs- und Qualifizierungsangebot benötigt wird. Denn noch immer verlassen jedes Jahr in Sachsen rund 2300 junge Menschen die Schule ohne Schulabschluss. Das bedeutet keine Berufsausbildung, keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit keine Zukunftsperspektiven. Für Christian Schönfeld, Chef der Diakonie Sachsen, Anlass darauf hinzuweisen, dass die im Freistaat vorhandenen zehn Schulen nicht ausreichend seien.

„Ziel ist, diesen jungen benachteiligten Menschen durch die Beschäftigung, Qualifizierung und Begleitung wieder Anerkennung, Erfolge und Perspektiven zu geben. Lernen über die Hand ist für manche eben einfacher als lernen im Klassenzimmer ohne Praxisbezug. Dazu kommen eine familiäre Atmosphäre mit Grundversorgung, die auftragsbezogene Arbeit mit Kundenkontakt, ein ressourcen- und lösungsorientierter Ansatz in der sozialpädagogischen Arbeit, die Möglichkeit den Hauptschulabschluss nachzuholen (externe Prüfung) und Regeln, die das Zusammenleben und den Arbeitsalltag strukturieren“, erläutert Hans-Jürgen Meurer, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen, das Konzept.

Auch der Dezernent für Arbeit und Bildung im Landkreis Meißen, Hans-Richard Würkner, zeigte sich davon überzeugt, dass langzeitarbeitslose und junge Menschen mit multiplen Problemlagen einen vorgeschalteten sozialen Arbeitsmarkt bräuchten und bescheinigte der Produktionsschule Moritzburg, seit zehn Jahren eine hervorragende Arbeit zu leisten. 

Doch bei allem Lob - die Finanzierung der Produktionsschulen ist immer noch unsicher. Alle zwei Jahre müssen neue Förderanträge gestellt werden und wie es nach dem Ende der Förderperiode durch den Europäischen Sozialfonds 2020 weitergeht, ist noch unklar. Hier müsse die Landesregierung eine Regelfinanzierung planen, ist Meurer überzeugt.

Gut an den jetzigen Rahmenbedingungen sei, dass die Jugendlichen 2 Jahre in der Produktionsschule bleiben können und dass aufsuchende Arbeit möglich ist.


 
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