Diakonie Sachsen

27.08.2015 | Flüchtlinge erinnern uns an unsere wahren Möglichkeiten! Landeskollekte für ehrenamtliche Unterstützung der Flüchtlingssozialarbeit

„Mindestens die Hälfte der hier ankommenden Flüchtlinge wird hier bleiben, und es ist unsere vorrangige Aufgabe, sie schnell in unsere Gesellschaft zu integrieren!“ Diakonie-Chef Christian Schönfeld weist im Vorfeld des kommenden „Diakonie-Sonntags“ darauf hin, dass jede Form von Gewalt gegen Menschen und Einrichtungen schärfstens zu verurteilen ist.

Der Chef der sächsischen Diakonie fordert Politik und Verwaltung daher dringend dazu auf, den Zustrom der Flüchtlinge nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance zu sehen: „Menschen sind nicht einfach nur Problemfälle, sondern Gottes Geschöpfe, die auch uns etwas zu geben vermögen: Ihre Kraft und Leistungsbereitschaft, ihre Kultur, Vertrauen und Nähe. Es ist richtig und gut, dass wir Menschen, die aus Not und Gefahr kommen, eine Zuflucht bieten.“ Selbstverständlich sei das eine große Herausforderung, die vorausschauendes Handeln und Finanzmittel in vielen Bereichen erfordere – von den Kindertagesstätten bis zur Berufsausbildung, von der Gesundheitsversorgung bis zum sozialen Wohnungsbau. Dieses Geld sei vorhanden und eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes.

„Wir können diese Herausforderung meistern, wie auch frühere Generationen die Zuwanderungen ihrer Zeit bewältigt haben. Entscheidend ist nur dabei nur der Wille, scheinbare Belastungsgrenzen nicht gelten zu lassen, sondern zu unseren wahren Möglichkeiten durchzudringen: 1949 hatte Sachsen 5,7 Millionen Einwohner, davon waren 977000 Flüchtlinge und Vertriebene und die Verhältnisse und Möglichkeiten waren mit den heutigen nicht im Entferntesten zu vergleichen!“, so Schönfeld weiter. „Das große ehrenamtliche Engagement für die Flüchtlinge beweist, dass überwältigend viele Menschen das genauso sehen und sich durch die Zufluchtsuchenden und ihre Aufnahme in unserer Kultur keineswegs bedroht fühlen.“

Die Landeskollekte des diesjährigen „Sonntag der Diakonie“ ist für die ehrenamtliche Unterstützung der Flüchtlingssozialarbeit bestimmt. Einmal im Jahr, am „Sonntag der Diakonie“, stehen diakonische Arbeitsfelder im Mittelpunkt. „Fremde Nächste“ ist das Motto dieses Sonntags der Diakonie am kommenden Sonntag, 30. August 2015, dessen landesweit in den Kirchgemeinden der Ev. - Luth. Landeskirche Sachsens gesammelte Kollekte in die ehrenamtliche Unterstützung der Migrationsdienste fließt.

„Wir haben für die Flüchtlingssozialarbeit einen Betreuungsschlüssel von 1 zu 150. Und die Erwartungen an uns sind immens und übersteigen den Rahmen der Sozialarbeit: Begleitung und Beratung der Asylsuchenden, Konfliktmanagement in den Gemeinschaftsunterkünften, Außenkommunikation mit der Nachbarschaft und der Gemeinde, aufsuchende Beratung bei dezentraler Unterbringung. Der Beratungsbedarf der Asylsuchenden ist vielschichtig und betrifft vor allem das Asylverfahren, die gesundheitliche Versorgung, den Zugang zu Sprachkursen, Schule und Arbeit und die Anerkennung von Berufsabschlüssen. Ohne ehrenamtlich Mitarbeitende wäre vieles nicht möglich. Aber sie brauchen professionelle Begleitung, Beratung, Koordination und Ausbildung, zum Beispiel Grundkenntnisse des Asylverfahrens. Das heißt: Wir müssen Geld für die Unterstützung der Ehrenamtlichen in die Hand nehmen, damit freiwilliges Engagement auf Dauer funktioniert. Deshalb soll die Kollekte dieses Diakonie-Sonntags in diese wichtige Arbeit fließen und ich danke allen, die Herz und Geldbeutel öffnen“, so Schönfeld abschließend.

 
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