Diakonie Sachsen
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10.07.2017 | Erziehung ist keine Glückssache: In schwierigen Lebenssituationen gibt es Hilfe und Rat

Die Zahlen steigen weiter an: Diakonische Erziehungs- Ehe-, Familien- und Lebensberatung legt Resümee 2016 vor

Familienleben hat viele Gesichter. Immer aber werden an Eltern- und Partnerschaft hohe Anforderungen gestellt  - und auch Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt mit vielen Möglichkeiten und gleichzeitig enormen Anforderungen auf. In den diakonischen Beratungsstellen  werden Familien begleitet und unterstützt, damit Familienleben auch in schwierigen Situationen gelingen kann. 

„Problemlagen der Kinder hängen sehr häufig mit Partnerproblemen oder Erziehungsunsicherheiten der Eltern zusammen und wir können  beobachten, wie sehr Kinder und Jugendliche dann unter den Spannungen der Eltern leiden und dementsprechende Symptome entwickeln. Das gilt besonders dann, wenn familiäre Strukturen zerbrechen“,  fasst Wilfried Jeutner, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen,  die Erfahrungen der Beratungsstellen zusammen.

„Nach wie vor war mit 39,7 % Prozent ein mit Trennung und Scheidung zusammenhängendes Thema der häufigste Anlass, eine Beratungsstelle aufzusuchen (2016: 38%). Dabei sind insbesondere die Kinder Leidtragende, weil die mit der Trennung einhergehenden Verletzungen und Enttäuschungen den Erwachsenen häufig den Blick auf die Bedürfnisse der Kinder verstellen!“  Einige trennungswillige Paare werden vom Familiengericht an Beratungsstellen verwiesen, um eine tragfähige  Umgangslösung zugunsten des Kindes zu erarbeiten.

„Diese gemeinsame Regelung zum Umgangs-und Sorgerecht zu finden und dabei vor allem die Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen, ist aufwändig, benötigt Zeit und eine konstruktive Mitarbeit beider Elternteile, die manchmal nur schwer herzustellen ist“, weiß Jeutner.

Beratungen zu Trennung und Scheidung, Kindergruppen für von Trennung und Scheidung betroffenen Kindern sowie Elterngruppen (z.B. „Kind im Blick – KIB“) sollen die Situation der Kinder, ihr Erleben und ihre Bedürfnisse wieder in den Vordergrund rücken und Eltern dazu befähigen, als Getrennte gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen.

Bei 24, 3 Prozent (2016: 25%) der Beratungsfälle  sind  es „Belastungen des  jungen  Menschen durch Problemlagen der Eltern“, die in der Beratung deutlich werden.  

So wurden 2016 in den 21 Beratungsstellen der Diakonie Sachsen in der Familien-und Erziehungsberatung in 7339  Fällen (2015: 7278) 15.579 Personen (15.053) in 37.443 Gesprächen (35.290)  beraten.

 Personen ohne oder mit erwachsenen Kindern nehmen als Einzelne oder Paare das Angebot der Ehe- und Lebensberatung in Anspruch. 47,9% der 1568 Fälle, die an ihrer Partnerschaft „arbeiten“ wollen und gemeinsam nach Lösungen in festgefahrenen Beziehungen suchen, nutzen diese Beratungsform. So können Ressourcen aufgespürt werden, bevor eine Trennung erwogen wird. „Hohe  Ansprüche an Beruf und Mobilität lassen häufig die Partnerschaft aus dem Blick geraten. Auf der anderen Seite werden familiäre Bindungen überfordert, weil sie all das heilen sollen, was an enttäuschenden Erfahrungen außerhalb der Familie passiert. Nicht selten erscheint im Konfliktfall dann die Trennung als der einzige Weg. Es fehlt die Erfahrung, dass Krisen miteinander zu bewältigen sind“, kommentiert Jeutner.  Aber auch in besonderen Lebensumständen (19,3 Prozent der dokumentierten Fälle) oder bei Problemen im Familiensystem (14,3 Prozent der Fälle) suchen Menschen Beratung.

Wie sehr Ehe- und Lebensberatung gebraucht wird, zeigt die Nachfrage:  Im Jahr 2016 wurden in den 16 Stellen mit  Ehe-, Familien- und Lebensberatung in 1568 Fällen 2081 Personen in 6339 Gesprächen beraten.

„Ein häufiger Anmeldegrund war das Thema Kommunikations- und Streitkultur. Bei vielen Paaren quer durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen war zu beobachten, dass es wenig Kommunikationsfähigkeiten gibt für Zeiten, in denen das Miteinander problematisch ist, in denen unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen auszuhandeln wären.“

Die Ehe- und Lebensberatungsstellen bieten daher auch Gesprächstrainings an. Hier entwickeln die Partner ihre Kommunikationskompetenz weiter.  So kann das Miteinander im Alltag konstruktiver gelebt werden.

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/8315-180.

 
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