Diakonie Sachsen
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19.05.2016 | Diakonische Erwerbslosenberatung: Unverzichtbar und dringend ausbaubedürftig

Diakonie Sachsen regt Kooperationen mit Jobcentern nach NRW-Modell an

Diakonische Erwerbslosenberatung ist unabhängig und nimmt den ganzen Menschen in den Blick: „Nicht nur seine wirtschaftliche Situation und seine Probleme mit dem Jobcenter oder Arbeitsagentur können dort angstfrei besprochen werden, sondern auch seine gesundheitliche und familiäre Situation“, beschreibt Hans-Jürgen Meurer, zuständiger Referent, die Arbeit der Beratungsstellen der Diakonie Sachsen. „Es gibt einen steigenden Bedarf nach unabhängiger Beratung bei Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug. Über 4300 Beratungen – das sind 1000 mehr als im Jahr zuvor“, fasst Meurer für das Jahr 2015 zusammen. Sortiert nach Häufigkeit lagen die Schwerpunkte der Beratungen beim Leistungsrecht beim Bezug von Arbeitslosengeld I und II (56 %), bei beruflichen und persönlichen Problemlagen (50 %) und bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen (23 %). Dabei hatten 71 % der Ratsuchenden einen Berufsabschluss, 10 % einen Hochschulabschluss, 60 % von ihnen waren erwerbslos, 28 % gingen einer Arbeit nach.

„Die Zahlen zeigen, dass Arbeitslosigkeit jeden treffen kann - auch Bildung ist kein Garant für Beschäftigung mehr. Und sie zeigen, dass Arbeit nicht gleich Arbeit ist. In Sachsen gehen 34,3 % der Arbeitslosengeld II – Empfänger einer Arbeit nach. Das ist der höchste Anteil in Deutschland“, kritisiert Meurer. Die Diakonie Sachsen fordert seit langem genügend öffentlich geförderte Arbeitsplätze und ein ausreichendes Unterstützersystem.

„Dazu gehört nicht zuletzt ein Netz an unabhängigen Beratungsstellen. Eine öffentliche Förderung dieses Angebotes würde den Betroffenen helfen und mittelfristig Verwaltung und Sozialsysteme entlasten“, so Meurer. Als Beleg für seine Einschätzung nannte Meurer die Erwerblosenberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen. „Dort werden diese Stellen als sinnvolle Ergänzung und nicht als leidige Doppelstrukturen gesehen, und aktiv von den Jobcentern genutzt. Es gibt regelrechte Kooperationsverträge, weil die dortigen Jobcenter die Vorteile einer unabhängigen und ganzheitliche Beratung mittlerweile sehr zu schätzen gelernt haben!“

Leistungsbescheide, Anträge, Sanktionen würden erklärt, Missverständnisse und Konflikte entschärft und geschlichtet, Unterstützungsangebote vermittelt und die Zahl der Widersprüche hätte sich bei einer guten Kooperation und Vernetzung sehr reduziert. „Zudem wird in regelmäßigen Austauschrunden zwischen Beratungsstellen und Jobcentern gemeinsam nach weiteren möglichen Unterstützungsangeboten in der Region gesucht“. Meurer hielte die im Rahmen eines Fachtages vorgestellten Beispiele guter Praxis und Kooperationsverträge auch in Sachsen für einen guten Weg und regt an, sich auf örtlicher Ebene an einen Tisch zu setzen, und Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit zu diskutieren.

Derzeit beraten im Bereich der Diakonie:

Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) Kontakt: Dorothea Klein, 0341 – 9605045

Diakonisches Werk Stadtmission Dresden e.V. Kontakt: Rowena Winkler, 0351 - 206602

Netzwerk e.V. Mittweida und penig Kontakt: Romy Richter, 03727 – 99780

OVV Marienstift „Das Netz“ Kontakt: Dajana Seidel, 037421 – 700880

Weitere Informationen: Hans-Jürgen Meurer, Tel.: 0351/172.

Die Statistik der Erwerbslosenberatungsstellen für das Jahr 2015 finden Sie als hier:

 
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