Diakonie Sachsen
In der Nächsten Nähe - Mein Beruf ist, Menschen Wärme entgegenzubringen.

17.07.2017 | Diakonische Erwerbslosenberatung hilft und berät in Krisensituationen/Statistik 2016 liegt vor

Trotz guter Konjunktur und niedrigen Arbeitslosenzahlen gibt es einen steigenden Bedarf an unabhängiger Beratung bei Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug.  Denn trotz Erwerbstätigkeit sind in Sachsen viele auf einen ergänzenden ALG-II-Bezug angewiesen, sei es, weil die neuen Jobs nicht angemessen entlohnt werden oder die Stundenzahl gering ist. So gehen 34,3 % der Arbeitslosengeld II – Empfänger einer Arbeit nach. Das ist der höchste Anteil in Deutschland.

„Diakonische Erwerbslosenberatung ist unabhängig und nimmt den ganzen Menschen in den Blick: Nicht nur seine wirtschaftliche Situation und seine Probleme mit dem Jobcenter oder Arbeitsagentur können dort angstfrei besprochen werden, sondern auch seine gesundheitliche und familiäre Situation“, beschreibt Hans-Jürgen Meurer, zuständiger Referent, die Arbeit der Beratungsstellen der Diakonie Sachsen. Leistungsbescheide, Anträge, Sanktionen würden erklärt, Missverständnisse und Konflikte entschärft und geschlichtet, Unterstützungsangebote vermittelt. 64 % aller Beratungsgespräche würden sich genau darum drehen. Doch neben einer Erstberatung in Krisensituationen gehören ebenso

  • die Beratung zu Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei der Eingliederung in Ausbildung,  Arbeit und Ehrenamt
  • Unterstützung bei Erhalt und Beschaffung von Arbeits- und Ausbildungsplatz
  • Rechtsdienstleistungen zur Durchsetzung gesetzlicher/behördlicher Ansprüche
  • Hilfe bei arbeits- und sozialrechtlichen Problemen und Fragestellungen
  • Befähigung und Motivation zum Einsatz persönlicher Ressourcen
  • Erarbeitung von Lebensperspektiven
  • Praktische Hilfestellung wie Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Sozialassistenz bei Ämtergängen etc.
  • Unterstützung im Übergang Schule, Beruf sowie
  • Gruppenangebote mit Gemeinschafts-, Informations-, Bildungs- oder Kreativcharakter

zu den Angeboten. Damit ist die diakonische Erwerbslosenberatung eine notwendige Ergänzung zu den Angeboten der Jobcenter. „Recht betrachtet,  kommt eine unabhängige Beratung auch den Jobcentern zu gute. Weil sie Situationen klärt, Verhältnisse stabilisiert und die Mitarbeitenden des Jobcenters entlastet“, ist sich Meurer sicher. „Eine öffentliche Förderung dieses Angebotes würde den Betroffenen helfen und mittelfristig Verwaltung und Sozialsysteme entlasten“.  Doch ganz im Gegenteil konnte die Diakonie ihr Angebot der letzten Jahre nicht aufrechterhalten. Fehlende öffentliche Förderung führte zur Beendigung und Einschränkung von Angeboten. „Es ist unverständlich, warum der Freistaat sich diese Möglichkeit zur sozialen Integration nicht zu Eigen macht. Andere Bundesländer sind da weiter.“ Als Beispiel nennt Meurer das Landesprogramm „Neue Chancen am Arbeitsmarkt“  in Baden-Württemberg.  Es bietet Menschen Hilfestellungen an, die trotz der guten Konjunktur bisher Schwierigkeiten haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und fördert dazu auch für die nächsten vier Jahre zwölf unabhängige Arbeitslosenberatungszentren, die mit den Jobcentern kooperieren sollen. „Diese Zentren leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration und werden von den Jobcentern als wichtige Ergänzung ihres eigenen Angebots gesehen!“

Derzeit beraten im Bereich der Diakonie:

  • Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e. V. (Stami Dresden)
  • Kirchliche Erwerbsinitiative Leipzig (KEL)
  • Netzwerk Mittweida, Standorte Mittweida und Penig (Netzwerk)

Weitere Informationen: Hans-Jürgen Meurer, Tel.: 0351/172.

 
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