Diakonie Sachsen
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20.04.2016 | Beratung ermutigt: In schwierigen Lebenssituationen den eigenen Weg finden

Die Zahlen steigen weiter an: Diakonische Erziehungs- Ehe-, Familien- und Lebensberatung legt Resümee 2015 vor

„In der Familien- und Erziehungsberatungsstelle werden wir zunehmend mit den Folgen schwieriger und zerbrechender familiärer Strukturen konfrontiert“. So fassen die Beraterinnen und Berater der Diakonie in Sachsen ihre Erfahrungen zusammen. In Zahlen: Im Jahr 2015 wurden in den 16 Erziehungsberatungsstellen der Diakonie 7278 Beratungsfälle (Vorjahr: 7105) mit 35.295 Beratungen (Vorjahr: 35.824) begleitet. Häufigster Anlass für das Aufsuchen einer Beratungsstelle war auch 2015 ein mit Trennung und Scheidung in Zusammenhang stehendes Thema (38 Prozent). Dabei sind insbesondere die Kinder Leidtragende, weil die mit der Trennung einhergehenden Verletzungen und Enttäuschungen den Erwachsenen häufig den Blick auf die Bedürfnisse der Kinder verstellen. Ein Teil der Paare ist „hochstrittig“ und wird daher vom Familiengericht an Beratungsstellen verwiesen. Dann muss eine gute Umgangslösung zugunsten des Kindes erarbeitet werden. „Diese gemeinsame Regelung zum Umgangs-und Sorgerecht zu finden und dabei vor allem die Bedürfnisse des Kindes zu berücksichtigen, ist aufwändig, benötigt Zeit und eine konstruktive Mitarbeit beider Elternteile, die manchmal nur schwer herzustellen ist“, sagt Wilfried Jeutner, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen. Auch die jungen Menschen, die mit der Problemlage ihrer Eltern nicht zurechtkommen, brauchen Beratung – sie machen 25 Prozent aller Ratsuchenden aus. Weitere 18 Prozent haben emotionale Probleme.

Sind keine Kinder beteiligt, nehmen Einzelne oder Paare das Angebot der Ehe- und Lebensberatung in Anspruch. 45% der 1629 Fälle (Vorjahr: 1.500), die an ihrer Partnerschaft „arbeiten“ wollen und gemeinsam nach Lösungen in festgefahrenen Beziehungen suchen, nutzen diese Beratungsform. Aber auch in besonderen Lebensumständen ( 21 Prozent der dokumentierten Fälle) oder bei Problemen im Familiensystem (13 Prozent der Fälle) suchen Menschen Rat. Wie sehr auch diese Beratungsform gebraucht wird, zeigt die von Jahr zu Jahr steigende Nachfrage. So wurden in 10 Stellen im 2015 6769 Beratungen (Vorjahr: 5674) durchgeführt und damit 2180 Personen erreicht (2014: 2083). „Überfordernde Ansprüche an Beruf und Mobilität lassen häufig die Partnerschaft aus dem Blick geraten. Auf der anderen Seite werden familiäre Bindungen überfordert, weil sie all das heilen sollen, was an enttäuschenden Erfahrungen außerhalb der Familie zu bewältigen ist. Nicht selten erscheint im Konfliktfall dann die Trennung als der einzige Weg. Es fehlen Erfahrungen, Krisen miteinander zu bewältigen“, fasst Wilfried Jeutner die Erfahrungen zusammen. Die Ehe- und Lebensberatungstellen bieten daher auch Gesprächstrainings an, in denen die Partner ihre Kommunikationskompetenz schulen können – nicht nur, um im Konfliktfall besser gerüstet zu sein, sondern auch, um das Miteinander im Alltag schon schöner und intensiver zu gestalten.

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/8315-180.

 
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