Diakonie Sachsen
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27.04.2015 | Bedarf an sozialer Beratung bei Schwangeren steigt weiter an

Drängende finanzielle Sorgen, steigender Druck, Familie und Beruf zu vereinbaren, Angst, den Job zu verlieren: Schwangere Frauen suchen immer häufiger Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen auf, um sich in schwierigen sozialen Fragen Begleitung und Unterstützung zu holen. „Eigentlich würde ich ja länger zu Hause bleiben – aber dann bin ich raus aus der Firma. Das geht nicht - wir haben schon gerechnet und können die Kosten nicht mehr mindern. Man will dem Kind ja auch was bieten……“, sagt etwa eine Betroffene.

Die Beratungsstellen sind verlässliche Anlaufstellen für Frauen und Familien zu allen Fragen im Kontext von Schwangerschaft und Geburt. Im Jahr 2014 wurden in 11.323 Fällen (2013: 11.245) insgesamt 12.343 Personen (2013: 12.028) in 24.688 Gesprächen (2013: 23.160) beraten. Mit 84% aller Fälle sind die sozialen Beratungen im Kontext von Schwangerschaft und Geburt mittlerweile der Arbeitsschwerpunkt in den Beratungsstellen - und der Bedarf ist weiter steigend. Denn auch im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen wieder gestiegen. Schwangere Frauen brauchen auch zunehmend mehr Hilfestellung, um Zugang zu möglichen Hilfen in der Schwangerschaft bekommen. Dazu zählen Vermittlung zu Stiftungsleistungen, Informationen zum Mutterschutz und Informationen zum Elterngeld. Wilfried Jeutner, zuständiger Referent bei der Diakonie Sachsen, sagt: „Die Beratungsstellen sind Seismographen für gesellschaftliche Entwicklungen und legen auch zunehmende Zerfallserscheinungen bloß.“

Sie signalisieren neben dem hohen psychosozialen Beratungsbedarf auch einen hohen Vernetzungsaufwand mit anderen Kooperationspartnern wie Job-Center, Netzwerkspartner Kinderschutz und Suchtberatungsstellen. In einigen Regionen ist aufgrund des Konsums von Crystal in der Schwangerschaft eine Vernetzung mit der Suchtberatung unumgänglich. In den 9523 psychosozial begründeten Fällen mit 5120 Gesprächen nannten die Frauen als Anlass für ihr Aufsuchen einer Bratungsstelle als erstes die finanzielle Situation (60%), die familiäre Situation/Probleme (31%) und an dritter Stelle eine psychische/physische Überforderung (29%). 23,5 % der Ratsuchenden waren arbeitslos (2013: 24,3%), 29,1% bezogen Leistungen nach SGB II (2013: 29,5%) 19,2% leben mit Kind(ern) allein (2013: 18,9%).

Im Gegensatz zum erhöhten psychosozialen Beratungsbedarf sind die Konfliktberatungen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Das entspricht auch den Tendenzen auf Bundes- und Landesebene. Als Anlass, eine Konfliktberatung aufzusuchen nannten die Frauen in 1800 Fällen mit 1921 Gesprächen psychische/physische Überforderung (48%), „zurzeit kein Kinderwunsch“ (43,4%), die finanzielle Situation (37,4%), die Sorge um die Entwicklung vorhandener Kinder (33,6 %) sowie Schwierigkeit in der Partnerbeziehung (33,5%).

Weitere Informationen: Wilfried Jeutner, Tel.: 0351/8315-180.

 
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